Wein am Kap



Ich sehe die Morgenröte einer neuen
südafrikanischen Weinkultur am Horizont aufziehen!

(John Platter, Weinjournalist)



Die größte biologische Vielfalt auf dem Planeten Erde finden Sie am Kap. Mehr als 9000 Pflanzenarten sind am Kap zu Haus und gedeihen prächtig. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Weinreben in diesem besonderen Klima, das einerseits durch Hitze und Trockenheit, andererseits durch die Nähe des Atlantiks geprägt sind, ideale Bedingungen vorfinden. Südafrikanische Weine entwickeln hier ihren ganz besonderen Stil.

Schon vor mehr als 340 Jahren legten holländische Siedler am Kap Weingärten an, so dass dort erstmals im Jahr 1659 Wein gekeltert werden konnte. Simon van der Stel, der erste Gouverneur der jungen Kolonie, förderte den Wein mit Nachdruck.

Östlich von Kapstadt eignete er sich ausgedehnte Ländereien an, die er Constantia nannte. Er pflanzte dort verschiedene Sorten, aber die besten Ergebnisse erzielte er mit Muscat de Frontigan, dem kleinbeerigen Muskateller. Daraus wurde ein Süßwein gekeltert, der bereits im 17. Jahrhundert höchstes Lob erntete und wenig später an den Höfen Europas zur begehrten Spezialität und später sogar zum Lieblingswein Napoleons aufstieg.

Bedingt durch die Glaubenskriege in Europa wanderten viele Hugenotten nach Südafrika aus und gaben dem Weinbau wichtige Impulse. Unter den Nachfolgern Van der Stels, nach dem der wohl bekannteste Weinbauort Südafrika den Namen verdankt, nämlich Stellenbosch, wurden Weinberge vor allem entlang der südwestlichen Küste und in den angrenzenden Tälern angebaut.

Im 19. Jahrhundert machte die Mehltau-Epidimie nicht nur in Europa sondern auch am Kap viele Weinbauexistenzen zunichte. 1918 entstand die größte Weinbau Kooperative der Welt - KWV, welche bis etwa 1992 die gesamte Weinwirtschaft in Südafrika kontrollierte.  Während dieser Zeit verlegten sich die Weinfarmer meist auf  verstärkte Weine oder auf weiße Massenträger wie den Chenin, aus denen Unmengen von Brandy und  Industriealkohol destilliert wurde. Erst in den 80iger Jahren begann ein Umdenken, das zu Auspflanzung von hochwertigen Rebsorten für trockene Weine führte.

Erst die Beendigung der Apartheidregierung öffnete die Handelsschranken und war der Startschuss für den Neubeginn in der südafrikanischen Weinwirtschaft.

Wer zum erstenmal die Kapregion besucht stellt fest, dass die Landschaft europäisch anmutet.  Berge, weite Talkessel, umringt von majestätischen Bergen prägen das Landschaftsbild. Allerdings fällt auf, dass die Farbenintensiver wirken, blau ist tiefblau und grün ist ein ganz dichtes Grün. Genau so präsentieren sich auch die Weine, voller Kraft und Dichte und einem festen Körper.