Ubuntu

ist ein häufig verwendetes Wort unter der schwarzen Bevölkerung und bedeutet:

"Ich bin, weil ihr seid - und ihr seid, weil ich bin!"

Es drückt das Wesen der Beziehungen der Menschen innerhalb einer Gemeinschaft aus: Gegenseitige Achtung und Verantwortung füreinander. Dazu gehört es, die Zeichen der Zeit, welche die Gegenwart Südafrika prägen, zu erkennen. Der Machtwechsel vom Apartheid-Regime zur Demokratie ist großteils friedlich erfolgt und war vor allem ein Verdienst von Persönlichkeiten wie Nelson Mandela und Erzbischof Tutu und ihrer Politik der Versöhnung.

Die südafrikanische Verfassung vom 8. Mai 1996 ist eine der weltweit modernsten demokratischen Verfassungen. Sie gewährleistet die vollen Menschenrechte, und die Regierung versteht Geschlechtergerechtigkeit als eine Voraussetzung für positive gesellschaftliche Veränderungen.

Heute zeigt sich, dass vieles erreicht worden ist, aber noch viel zu tun ist. Trotz wachsender Wirtschaft liegt die Arbeitslosigkeit bei rund 40%. Die Nachwirkungen der Apartheid wie Armut und Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerung, insbesondere der Frauen, sind noch nicht beseitigt und überall zu spüren. Die Schwere zwischen Arm und Reich hat sich vergrößert. Eine neue, kaum zu bewältigende Herausforderung ist HIV/Aids, das viele positive Entwicklungen zunichte macht.







Ich bin Afrikaner
(Auszüge aus der Antrittsrede von Thabo Mbeki – Staatspräsident)

Ich verdanke mein Dasein den Hügeln und Tälern, den Bergen und Savannen, den Flüssen, den Wüsten, den Bäumen, den Blumen, den Meeren und den wechselnden Jahreszeiten, die das Antlitz unseres Landes prägen… alle Teil der Naturbühne, auf der wir die närrischen Rollen des Theaters von heute spielen….

Ich verdanke meine Existenz den Khoi und den San, deren einsame Seelen über die gewaltigen Ebenen des schönen Kaps geistern….

Ich wurde auch von den Wanderern geformt, die Europa verließen, um in unserem Lande eine neue Heimat zu finden. Was immer sie getan haben, bleiben sie doch ein Teil von mit…

Ich bin das Enkelkind , das frische Blumen auf die Burengräber legt, im Geiste die Leiden eines einfachen Bauernvolkes sieht und mit ihnen leidet: Tod, Konzentrationslager, zerstörte Höfe, ein Traum in Ruinen…

Ich bin derjenige, der es möglich machte, auf den Weltmärkten mit Diamanten und Gold zu handeln und mit den Lebensmitteln, nach denen sich mein Bauch sehnt…

…was wir heute vollbracht haben, in dieser kleinen Ecke eines großen Kontinents, der so entscheidend zur Entwicklung der Menschheit beitrug, bedeutet, dass Afrika seine weite Auferstehung aus der Asche bekräftigt. Was immer die Rückschläge des Augenblicks sein mögen, nichts kann uns aufhalten! Welche Schwierigkeiten immer es geben mag, Afrika wird Frieden haben! Wie unwahrscheinlich es für die Zweifler klingen mag, Afrika wird blühen!

Wer immer wir sein mögen, wie unsere unmittelbaren Interessen lauten mögen, wie viel Schuld wir aus der Vergangenheit mitschleppen mögen, wie sehr wir in der Mode des Zynismus und des Verlustes an Vertrauen zu den Fähigkeiten des Volkes gefangen sein mögen – lasst uns heute sagen: Nichts kann uns jetzt aufhalten!